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#GODEVOPS 2019 in Berlin. Begrüßung im Saal Senator vor der ersten Keynote. Foto: Marcos López
  • Von: Marcos López
  • Development Datenbank Infrastruktur & Middleware
  • 05.09.2019

Go DevOps 2019 – Von kultureller Transformation und technischen Herausforderungen

Am 2. und 3. September fand bei bestem Spätsommerwetter die erste Go-DevOps-Konferenz in Berlin statt – mit über 30 Slots samt Barcamp.

Strahlender Sonnenschein am wolkenlosen Himmel zum Auftakt der ersten Go DevOps in Berlin. Mitten im Herzen der City West, zwischen Wittenbergplatz und Augsburger Straße, öffnete das schicke Hotel Ellington am 2. und 3. September seine Pforten für die Konferenz mit 55 Besuchern. Der Prachtbau im Stil der 1920er Jahre war Schauplatz für 30 Vorträge, die in drei Streams und drei Räumen organisiert wurden. Die Streams waren aufgeteilt in die Schwerpunktthemen Tools & Automatisierung, RealLife und Kultur.

Mit DevOps das Unternehmen der Zukunft mitgestalten

Im Stream Tools & Automatisierung ging es in zehn Vorträgen besonders um die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre, mit denen das nahtlose Arbeiten zwischen Development und Operation mittlerweile mehr als nur ein Wunschgedanke ist. Automatisierungs-Tools wie Ansible, Vagrant oder Docker gaben dem DevOps-Spirit zuletzt den nötigen Schub. Diesbezügliche Erfahrungsberichte, Best-Practice-Reports sowie Stolperfallen-Szenarien brachten die Besucher auf den aktuellen Stand.

Im Stream RealLife ging es um die Umsetzung von DevOps in Unternehmen. In Erfahrungsberichten schilderten die Referenten die Herausforderungen – und wie sie diese gemeistert haben. Darüber hinaus gingen Referenten auf die Auswirkungen von DevOps im Umgang mit bisherigen Strategien wie Security oder Auditing ein. Einer von fünf Vorträgen – „DevOps: Mindset und Praxis im behördlichen Kontext“ (Ulrich Gerkman-Bartels, enpit) – musste leider entfallen. Jan-Peter Timmermann, DOAG Vorstand und Oracle Forms Division Manager, sprang kurzfristig ein und präsentierte im regen Austausch mit den Besuchern einen Vortrag zum Thema „Oracle Fusion Middleware im Docker Container“. Am Ende seines Vortrags stand eine Lösung auf der großen Tafel der kleinen Lounge, die selbst den Referenten überraschte und allgemeinen Zuspruch bekam.

In den neun Vorträgen des Streams Kultur ging es um die Trennlinien zwischen zwei ehemals stark isoliert arbeitenden Unternehmensbereichen – Entwicklung und Administration – und darum, wie diese mit geeigneten Methoden überwunden werden können. Dass diese kulturelle Transformation bis zum erfolgreichen Einsatz von DevOps oft unterschätzt wird und es nicht einfach nur mit schnellen technischen Änderungen innerhalb kurzer Zeit getan ist, kam dabei immer wieder zur Sprache.

Vollbesetzte Keynotes mit Google und Amazon

Beide Tage wurden jeweils von einer packenden Keynote im voll besetzen Senator-Saal eingeleitet: Jen Tong, Security Advocate bei Google Cloud, berichtete in ihrem englischen Vortrag über Sicherheitsaspekte im Zusammenhang mit DevOps. Dabei ging sie auf erprobte Sicherheitsstrategien im Container- und Kubernetes-Umfeld ein und ermunterte die gespannt folgenden Zuhörer dazu, immer wieder auch die Perspektive derjenigen einzunehmen, die den Hack im Schilde führen, die nicht verteidigen, sondern angreifen. Die Hacker-Perspektive sei äußerst hilfreich, um die unterschiedlichen Taktiken zu verstehen und somit mögliche Leaks wirklich zu schließen. In mehreren Folien veranschaulichte sie dabei einige der Szenarien, die manchmal innerhalb kürzester Zeit in den Besitz der begehrten Daten führen, manchmal aber auch Jahre dauern können.

Die Keynote von Dr. Frank Munz von Amazon Web Services (AWS) zum Thema „Innovation, DevOps und Machine Learning“ schlug die Zuhörer fast 50 Minuten in ihren Bann. Interessante Folien für das Plenum, ergänzt mit Zitaten von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Wegbegleitern, wussten zu gefallen. Die Feststellung, dass ein DevOps-Team ungefähr so groß sein sollte, dass es an zwei Family-Pizzen satt werden könne – Frank Munz nannte die Zahl Acht – blieb besonders hängen. Die passende Folie dazu – zwei große Pizzen – brachte schließlich das ein oder andere Lachen auf die Gesichter der Konferenzteilnehmer und versah den Beginn des zweiten Tages mit einer besonderen Atmosphäre.

Barcamp – Der heimliche Star der Veranstaltung

Im Format des Barcamps organisierten die Besucher der Go DevOps insgesamt zwölf Themen, die am Dienstagvormittag bis zur Mittagspause in den drei Räumen der Konferenz mit angeregten  Diskussionen und Gesprächen sowie Unternehmensberichten erörtert wurden. Nicht nur einmal wurde klar: DevOps ist definitiv d-a-s Thema der Stunde, aber für viele Problemstellungen (Transformation der Unternehmenskultur, technische Fragen, Sicherheitsaspekte und der Umgang mit unterschiedlichen Generationen, Ängsten und Empfindlichkeiten der Mitarbeiter etc.) bedarf es einer guten Strategie – sowohl auf der technischen Seite als auch bei den Human Resources. Es war sehr schön zu sehen, wie die unterschiedlichen Besucher mit ihren Berichten andere inspirierten. Damit einher ging ein Apell ins Plenum, sich neue Dinge zu trauen – wie zum Beispiel das Modell „19 + 1“: Von 20 Arbeitstagen im Monat einfach einen Tag für das Ausprobieren von neuen Dingen, Strategien und Techniken freizugeben – ohne den Druck, sofortige Ergebnisse zu liefern, sondern mit der Absicht, neue Eindrücke zu ermöglichen und Innovationen auszuprobieren. Das Barcamp wurde im Nachgang der Slots immer wieder von den Besuchern der Go DevOps thematisiert und besonders in ihren Social-Media-Kanälen aufgegriffen.

Go DevOps – Status quo meets Quo vadis

Ein Barbecue im fantastischen Sommergarten des Ellington schloss den ersten Tag atmosphärisch dicht und gut besucht ab, die Kaffeepause am späten Nachmittag des zweiten Tages war für viele Besucher der Startschuss zu einem letzten Wissenstransfer und Networking, bevor sie sich auf die Heimreise machten. Das Ellington, mit seinen leckeren Kaffeepausen-Snacks am Vormittag und seinem ausgezeichneten Buffetrestaurant in den Mittagspausen, zeigte sich als bestens geeigneter Veranstaltungsort für die Go DevOps 2019. Diese feierte eine gelungene Premiere, denn sie verband in einem kompakten Event den Status Quo eines spannenden Themas mit einem profunden Ausblick in die Zukunft.