Im Gespräch mit Martin Klier gibt Gerald Venzl spannende Einblicke in die Nutzung von REST-APIs zur Administration von Oracle-Datenbanken. “Wir haben bei der Oracle-Datenbank eigentlich schon seit vielen Jahren einen REST-Server durch Oracle REST Data Services (ORDS),” erklärt Venzl. ORDS wird häufig für APEX genutzt, aber viele wüssten gar nicht, dass ORDS auch APIs für administrative Aufgaben bietet – “von der Datenbank-Installation bis zur Provisionierung von PDBs oder zum Anlegen von Tablespaces.”
Die REST-APIs entstanden ursprünglich für die Oracle Cloud, um Services wie die Autonomous Database steuern zu können. Doch Oracle entschied sich bewusst, diese Schnittstellen auch On-Premises zugänglich zu machen: “Das sind dieselben APIs, die wir in der Cloud verwenden.”
Venzl betont, dass die APIs regelmäßig erweitert werden: “Wir geben eine neue Version von ORDS alle drei Monate raus.” Die APIs decken viele Kernaufgaben ab: “User anlegen, Data Pump Exports oder Imports starten, Tablespaces anlegen – all das kann über die APIs laufen.” Für die genaue Dokumentation sorgt ein Swagger-Dokument, das die Struktur und Optionen jeder API beschreibt: “Swagger sagt dir, was du mitgeben musst – Usernamen, Passwort, Default-Tablespace – und was optional ist.”
Das 80/20-Prinzip
Besonders interessant wird es bei komplexen Tools wie Data Pump. “Da haben wir ein 80/20-Prinzip”, erklärt Venzl. “Die gängigsten Optionen sind verfügbar, die ganz exotischen vielleicht nicht. Aber wenn Kunden sich bestimmte Funktionen wünschen, können wir die relativ schnell in ORDS nachrüsten.”
Die hohe Release-Frequenz von ORDS, alle drei Monate, ist ein Vorteil, vor allem in CI/CD-Pipelines. “Gerade Entwickler, die viele Datenbanktests automatisieren, schätzen das sehr”, so Venzl. Gleichzeitig sieht er unterschiedliche Reaktionen aus der Community: “Leute, die REST-APIs gewohnt sind, finden das großartig. Die klassischen DBA-Skripter sagen eher: Warum eine API, wenn ich es mit SQL machen kann?”
Ein klarer Vorteil liegt in der Sicherheit: “ORDS sitzt außerhalb der Datenbank. Ich kann User und PDBs anlegen, ohne direkten Zugriff auf die Datenbank selbst zu geben.” Auch die Authentifizierung ist flexibel: “Die User-Creation-API kann so gesichert werden, dass sie nur eine bestimmte Gruppe ausführen darf.”
Die Steuerung hunderter Datenbanken
Ein weiterer Vorteil: ORDS kann mehrere Datenbanken gleichzeitig ansteuern. “Das ist das Modell, das wir in der Cloud nutzen: eine ORDS-Instanz steuert hunderte Datenbanken.” So wird Self-Service für Entwickler möglich, ohne dass sie Systemrechte auf der eigentlichen Datenbank bekommen. “Gerade im CI/CD-Umfeld ist das essenziell. Wenn ich nach einem Testlauf die Datenbank wieder verwerfen will, brauche ich automatisierte Anlage und Löschung – genau das bieten die APIs.”
Zum Abschluss lobt Martin Klier die klare Ausrichtung von Oracle: “Ich freue mich, dass ihr die Anforderungen des Marktes so annehmt und bin gespannt, was du uns in den nächsten Jahren noch zeigen kannst.” Venzl betont den kontinuierlichen Fokus: “Wir wollen die eigentlichen Nutzer der Datenbank, die Entwickler, bestmöglich unterstützen.”
“Dankeschön.” – mit diesem Gruß endet ein informatives Gespräch, das zeigt, wie sich die Oracle-Datenbank immer weiter in Richtung automatisierter Verwaltung, Self-Service und Integration in moderne DevOps-Prozesse entwickelt.
Hinweis: Gerald Venzl war Speaker der DOAG 2024 Konferenz + Ausstellung im November des vergangenen Jahres. Seine auf Englisch gehaltenen Vorträge Growing your Network & Career Development for Techies und Accelerate App Development sind für Besitzer eines regulären DOAG-2024-Konferenz-+-Ausstellung-Tickets nachträglich aufrufbar.
Interessierte können mit dem Erwerb eines entsprechenden On-demand-Tickets nachträglich auf dieses Video – und alle weiteren Aufzeichnungen und Dokumenten der Konferenz – Zugriff erhalten. Das Ticket ist ab Kauf mindestens ein Jahr gültig.
DOAG Datenbank 2025 mit Cloud Infrastructure
Veranstaltungshinweis: Allen Datenbankinteressierten sei die Fachkonferenz DOAG 2025 Datenbank mit Cloud Infrastructure am 14. und 15. Mai im Europapark in Rust empfohlen. Im Datenbank Shop sind noch entsprechende Tickets und Übernachtungen buchbar.

